International Conference – Jeanne Hersch between Existential Philosophy and Politics

lunedì, ottobre 9, 2017
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Jeanne Hersch zwischen Existenzphilosophie und Politik

(Jeanne Hersche entre philosophie existentielle et politique)

Internationale wissenschaftliche Tagung zum Denken Jeanne Herschs und seiner Wirkung

Universität Zürich, 12.–14. Oktober 2017

(Organisiert von Urs Marti, Silvan Imhof, Jean Terrier)

Programm


12. Oktober (Universität Zürich, Hauptgebäude, KOL G 217)

18:15–20.00

Einführungsvortrag, mit anschließendem Umtrunk – mit freundlicher Untersützung der Jeanne-Hersch-Gesellschaft

Monika Weber, Präsidentin der Jeanne-Hersch-Gesellschaft, Jeanne Hersch: Zum Nachdenken!

 

13. Oktober – Vormittag (Botanisches Institut, BOT P1 40)

9:30–10:00 Kaffee

10:00–10:15  Willkommen

10:15–10:30 Urs Marti, Silvan Imhof, Jean Terrier Vorstellung des Editionsprojekts

10:30–11:15

Charles Linsmayer

«Ich war doch so verloren vor dem Leeren». Jeanne Herschs Roman «Temps alternés», ihr schweres Leben und das Erlebnis der Liebe als existentielle Grenzsituation

Die Jahre 1928 bis 1947, während sie in der Begegnung mit Heidegger, Jaspers, Gabriel Marcel und Paul Häberlin zu ihrer eigenen philosophischen Sprache fand, aber auch den Holocaust als erschütternde, lebenslang nachwirkende Katastrophe erlebte, standen für Jeanne Hersch nicht zuletzt auch im Zeichen einer verschwiegenen hochdramatischen Liebesgeschichte, die sie ihrer Genfer Umgebung entfremdete und tiefe Spuren in ihrem Denken und Fühlen hinterliess.

11:15–12:00

Anton Hügli

Karl Jaspers – wie Jeanne Hersch ihn versteht und was er ihr bedeutet

Als Schülerin von Jaspers hat sich Jeanne Hersch verstanden und wurde sie auch verstanden. Doch was heißt Schülerin eines Philosophen sein, der selbst nie Schüler haben wollte? Gefolgschaft kann es wohl nicht gewesen sein, sondern eine Mischung von Nähe und Ferne zugleich. Aber was eint sie und was trennt sie? Der Vortrag folgt den Spuren ihres Gesprächs in ihrer Korrespondenz und in den von Jeanne Hersch veröffentlichten Schriften, von Die Illusion bis hin zu ihren späteren Darstellungen von Jaspers’ Werk, und unternimmt den Versuch, von Karl Jaspers her denkend, Jeanne Herschs Philosophieren in Bezug zu setzen zu dem von Karl Jaspers.

12:15–14:00 Mittagessen

13. Oktober – Nachmittag (Botanisches Institut, BOT P1 40)

14:00–14:45

Anne-Marie Pieper

Das Paradox der menschlichen Existenz. Jeanne Hersch im Fahrwasser von Kierkegaard und Jaspers

Die klassische dualistische Definition des Menschen als animal rationale wirft ein Problem auf: Wie kann der Gegensatz von Körper und Geist faktisch gelebt werden? Die metaphysische Lösung sieht eine Unterordnung des Körperlichen unter das Geistige vor. Aus existenzphilosophischer Sicht bedeutet dies jedoch eine Diskriminierung des Körpers, dessen Gleichwertigkeit mit dem Geist betont wird. Die Frage, wie mit einem solchen paradoxen, gegen den Vorrang der Vernunft gerichteten Anspruch ein sinnvolles Leben möglich ist, haben Søren Kierkegaard, Karl Jaspers und Jeanne Hersch unterschiedlich beantwortet, wobei ihre Gemeinsamkeit in dem Stellenwert liegt, den sie dem Freiheitsbegriff beimessen.

14:45–15:30

Wolfgang Rother

Die Philosophie des Augenblicks. Einige Bemerkungen zu Jeanne Herschs Vortrag «L’Instant»

An dem 1964 Pariser Kolloquium «Kierkegaard vivant» hielt Hersch einen Vortrag über Kierkegaards Reflexionen zum Augenblick, vor deren Hintergrund sie in einer Tour d’Horizon die grossen Themen ihres eigenen Denkens präsentiert. Dieser Vortrag nimmt zwei Aspekte in den Blick: Zum einen finden sich in Herschs Überlegungen zum Augenblick, den sie als radikale Diskontinuität und Negation von Totalität denkt, die, so meine These, posthegelianischen Konzepte des Nichtidentischen und der Konstellation, wie sie Adorno wenig später in der «Negativen Dialektik» entwickelte, in gewisser Weise präformiert. Zum anderen skizziert sie auf der Grundlage der Kierkegaard’schen Philosophie des Augenblicks eine bemerkenswerte Kritik der indifferenten Toleranz, die sich vielleicht etwas unzeitgemäss explizit der Suche nach der Wahrheit verpflichtet weiss.

15:30–16:00 Kaffee

16:00–16:45

Silvan Imhof

Formen der Wirklichkeit und die radikale Diskontinuität der Perspektiven

Im Aufsatz «Discontinuité des perspectives humaines» (1947) vertritt Jeanne Hersch ähnlich wie zuvor in ihrer Dissertation L’Être et la forme (1946) die These, dass die menschliche Sicht auf die Wirklichkeit durch eine Vielzahl von Perspektiven, Aspekten oder Modi geprägt sei. Diese irreduzible Multidimensionalität konstituiere mithin die menschliche Situation, unsere Konzeption von Wirklichkeit sowie die Möglichkeit menschlicher Freiheit. In meinem Beitrag werde ich Herschs These sowie ihre Konsequenzen rekonstruieren.

16:45–17:30

Philipp Gonon

Jeanne Herschs Bild von der Jugend und der Nihilismus – eine Autopsie

Der Vortrag nimmt Jeanne Herschs «Antithesen zu den Thesen zu den Jugendunruhen 1980» zum Anlass, um ihre Positionierung zu Erziehung, Jugend und der Frage des Nihilismus in ihrem Werk zu beleuchten und kritisch zu würdigen. Die Jugendlichen bräuchten richtige Väter, Mütter, Lehrer und eine anerkannte Ordnung. Diese sei die Voraussetzung für die Entwicklung des kritischen Geistes und der Freiheit. Ohne Ziel führe Erziehung und Jugendpolitik zu Leere und Unsinn. Die Gefahr für die Gesellschaft bestehe im Nihilismus. Inwiefern eine solche Zeitdiagnose damals und heute triftig ist, soll diskutiert werden.

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